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ELEMENTE DER PODOLOGIE


ELEMENTE DER PODOLOGIE
1. DIE BESCHLAGUNG AUS ALUMINIUM:

Eine ausgezeichnete Spezialbeschlagung, die die Elastizität des Hufes favorisiert und das Abrutschen auf hartem Boden vermindert ist die Beschlagung aus Aluminium, oder besser gesagt aus Aluminiumlegierung (Aluminium und Magnesium; Aluminium und Bronze) Dieses System wird erst seit kurzem in der Praxis angewandt und wird immer mehr zum Studienobjekt von Experten der Podologie und gewinnt von Tag zu Tag mehr Anerkennung.

Im Ausland haben sich bereits mehrere Personen mit diesem System befasst: Herr FLAHAUT in Frankreich, Herren KÖSTER und LUNGWITZ in Deutschland. In Italien verdienen die Tierärzte Major MANZONI und Hauptmann BOTTAZZI eine besondere Erwähnung. Vor allem Hauptmann Bottazzi hat es durch seine nicht nachlassenden Bemühungen erlaubt dieses System so praktisch zu machen, dass diese Beschlagung heute für alle Geldbörsen und für alle Hufschmiede erschwinglich ist. Deshalb gebe ich hier gerne das Wort an ihn weiter, der diesbezüglich schrieb (Ausschnitt aus der Wissenschaftlichen Tierarztzeitschrift 1893):

"....Es ist heute außer Frage, dass die Beschlagung aus reinem Aluminium nicht immer angewandt werden kann, da sie, trotz ihrer Leichtigkeit, keinen großen Abnutzungswiederstand leistet und somit gezwungen ist die Beschlagung nach kurzer Zeit zu wechseln, was natürlich große Nachteile, die von jedem bekannt sind, mit sich bringt. Die Anwendung von reinem Aluminium wird sich auf die Herstellung von korrektiven und pathologischen Hufeisen beschränken für die Fälle von Gebrechen und Fußkrankheiten der Pferde die eine größere Dicke aber mehr Leichtigkeit erfordern. In Hinsicht auf die Nützlichkeit der Aluminiumbeschlagung und im Sinne diesem Metall seine kostbaren Eigenschaften zu bewahren, habe ich die Möglichkeit es zu legieren erprobt, um eine Legierung zu gewinnen, die so resistent wie Eisen ist, aber malleabler wie eine einfache Legierung mit Kupfer und somit schmiedsamer, gleichzeitig aber auch von niedrigeren Kosten wie die bisher kommerzialisierten Eisen. Dies in der Hoffnung, dass ein solches Eisen der Zukunft vertrieben werden kann, wenn auch nicht im Allgemeinen, dann schon zumindestens für alle Sattelpferde und solche für leichte Gespänne.

....Mehrere Legierungen wurden getestet: manche waren nicht schmiederesistent, wieder andere konnten den starken Schocks auf Pflasterstein nicht wiederstehen. Trotz allem gaben wir nicht auf, und nach vielen Forschungen haben wir endlich unsere Erstrebungen erreicht. Kurzeshalber möchte ich hier nicht alle Versuche erläutern, aber ich möchte wenigstens ein Beispiel hier anbringen: das Pferd Mario der Zweiten Companie. Dieses Pferd wurde zu einer besonders mühsamen Arbeit gezwungen, nämlich den Ambulanzdienst zwischen 14:00 und 19:00 Uhr, manchmal auch bis 20:00 Uhr und das jeden Tag.

Es wurde am 12. Mai mit der neuen Leichtlegierung aus Aluminium beschlagen nach dem Prinzip, dass sich das Eisen an den Fuß anpassen muss und nicht umgekehrt. Die Dicke des Barrens war für alle Experimente die gleiche : 13 mm. Die Dimensionen und das Gewicht der Hufeisen für dieses Pferd waren die folgenden:

Vordere Eisen

Länge 15,4 cm
Breite 13,5 cm
Abdachungsbreite 27,0 cm
Dicke 0,13 cm
Gewicht 260 gr.
(Gewicht eines normalen Eisens mit gleichen Dimensionen: 786 gr.)

Hintere Eisen

Länge 15,0 cm
Breite 13,0 cm
Abdachungsbreite 27,0 cm
Dicke 0,13 cm
Gewicht 250 gr.
(Gewicht eines normalen Eisens mit gleichen Dimensionen: 755 gr.)

Das Pferd Mario begann seine Arbeit am Tag selbst der Beschlagung. Diese Arbeit wurde gewählt, da sie viel länger fund anstrengender war durch die Unebenheiten und die Härte der verschiedenen Böden wie Pflaster und Gesteine. Dazu war die Strecke zu den verschiedenen Kasernen oft mit steilen Hängen versehen. Die durchgeführten Gangarten waren Schritt, Trab und manchmal Galopp auf den steigenden Wegen.

In den ersten zehn Versuchstagen bemerkten wir eine größere Abnutzung des Eisens in Höhe der Zehe, sowohl an den Vorderbeinen wie auch an den Hinterbeinen, vor allem auf dem Außenrand der Innenfläche. Einerseits kann man diese Abnutzung dem Typ selbst der Arbeit zurechnen, da sich das Pferd auf den steinigen Steigungen fest am Boden anklammern musste, andererseits lag es auch daran, dass sich die Glieder dieser Zugpferde während ihren langen und treuen Arbeitsjahren steif geworden sind im Vergleich zu den gelösten Bewegungen junger und gut unterhaltener Pferde.

Nachdem sich die Abnutzung stabilisiert hatte, erschien das Eisen kompakter und schmiegte sich so gut an die Hufsohle an, dass es wie eine ganze Einheit wirkte.

Am 25. Juni wurde die Beschlagung entfernt und man bemerkte eine stärkere Abnutzung auf der Zehe selbst als an den Zehenwänden, weniger an den Seitenwänden. Die Beschlagung hielt 44 Tage, niemals vorher hatte ein Pferd diese Dauer überzogen, selbst nicht mit normalen Eisen von 800 Gramm!

Es ist ebenfalls zu bemerken, dass die obere Seite des Eisens völlig flach auf der gesamten Fläche blieb.

Die abgenutzten Eisen wogen durchschnittlich 190 Gramm jedes, d. h. ein Verlust von etwa 60 bis 70 Gramm pro Eisen, ein Viertel ihres Originalgewichts.

....Meine endgültige Meinung ist, dass selbst die Kaltbeschlagung ausgezeichnete Ergebnisse ergibt unter der Bedingung, dass sie gut vorbereitet ist und dass sich das Eisen perfekt an die Form des Hufes anpasst.

....Es ist vorteilhafter Nägel mit Pyramidenköpfen zu benutzen, da sich diese besser in die Lochungen einpassen, somit auf dem gleichen Niveau wie die Innenseite des Eisens bleiben und somit fest mit dem Huf verbinden bis zur völligen Abnutzung.

....Die Eisen aus Legierung, bedingt durch ihre außergewöhnliche Leichtigkeit, erleichtern beachtlich den Gang des Pferdes, da sie ihm Müdigkeitserscheinungen vermeiden und eine schnellere und bessere Hebung und Fortbewegung des Fußes erlauben.

....Durch seine geringere Härte im Vergleich zu einem normalen Eisen dämpft dieses neue Metall stark die Schocks, die der Huf von Boden aus erhält, ein, was zum großen Teil die Unannehmlichkeiten und Beschwerden vermeidet, die oft die Konsequenzen von ordinären Eisen sind.

....Das Eisen aus Legierung favorisiert die normale Haltbarkeit des Fußes, da es sich in keiner Weise der physiologischen Bewegung diesem wiedersetzt: im Gegenteil, es erlaubt eine stärkere Anhaftung des Hufes an den Boden und vermeidet somit Ausrutscher auf gepflasterten Untergründen.

Dazu kommt, dass es sich als kostensparender erweist, da seine Schmiedbarkeit weniger Energie bei der Anpassung verbraucht........
 
 
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